Abschied vom Grossen Kaukasus; Kutaisi und der Kraftort Gelati
Mestias Bergwelt (siehe Video zum Mestia Cross) ist tatsächlich lohnenswerter als der Ort an sich. Für uns bleibt die Frage, ob sich die nervenaufreibende und materialfordernde Bergfahrt gelohnt hat. (Einmal ist bspw. Kati (unsere KTM) aus der Verzurrung rausgesprungen.)
Kutaisi heute hat uns mit ihrem Charme erreicht: heimliche Kulturhauptstadt mit Oper, Theater, Kino, Markhalle/Basar, wo neben Großmarktverkäufern und Marktschreiern auch die alte Bäuerin ihre 3 geschlachteten Hühnern und 50 Eier anbietet, von denen wir 10 bekommen haben; die beeindruckende Bagradi-Kathedrale, die zurecht ihren Weltkulturerbe-Status wegen eines wirklich häßlichen, monströsen Liftanbaus verloren hat. Dafür finden innen orthodoxe Hochzeiten im Fließbandtakt statt, während Besucher umherspringen und Gläubige ihre Heiligenbilder küssen, der Hochzeitsfotograf wie ein Paparazzi mitten durch die Szenerie tobt (wer weiß, ob die Kraft des Ritals so noch Wirkung entfalten kann?). Trotzdem extrem beeindruckend.
Ein Abschluss im Café an der weißen Fußgängerbrücke mit Glasscheiben als Bodenbelag und Blick auf den reißenden Fluß Rioni.
Tagesabschluss in Gelati ist eine Akademie aus dem 12 Jahrhundert für Geometrie, Arithmetik, Astronomie, Musik, Grammatik, Rethorik und Dialektik gegründet von König Davit. Ohne es zu ahnen, schauten wir auf ein Wandbild, was sich als ein Mosaik aus über 2 Mio. Mosaiksteinen entpuppte. Eine sehr rührige und kundige, deutsch sprechende Georgierin verwies uns auch auf das Grab Davits im ursprünglichen Eingangsbereich der Anlage. Was ihn wohl zu diesem Wunsch-Ort motiviert hat? Uns hat dieses Ensemble sehr bewegt. Gelati hat seit 1994 den Weltkulturerbe-Status und übrigens auch kein nachträglichen Liftanbau.






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